Ein ganz besonderes Präsent bescherte der Nikolaus in Gestalt von Monika Uhl den Kickboxern des TV Ortenberg bei der gut besuchten Weihnachtsfeier. Die passionierte Hobbykonditorin, die schon für manch zauberhafte Torte an den Kindergeburtstagen ihrer Enkel sorgte, übertraf sich mit diesem Geschenk an den Verein selbst. In stundenlanger Arbeit kreierte sie aus Buttercreme, Biskuit, Schokolade und Fondant eine 10-stöckige Torte, die nicht nur Trainer Kenan Fejzic erst einmal vor Verblüffung verstummen ließ.

Das Logo der Gruppe, umgeben von einem Boxring aus Keksen und Marshmallows schien viel zu schade zu sein, die Torte anzuschneiden, doch schließlich fasste sich Fejzic ein Herz, griff zum Messer und zerteile das gute Stück zum Genuss aller Anwesenden. Doch die besondere Torte sollte nicht das einzige weihnachtliche Highlight bleiben. Am Buffet gesellte sich ein leckerer Salat hinzu,  welchen ein hübscher Schneemann aus Eiern zierte. Der Phantasie waren an diesem Abend wirklich keine Grenzen gesetzt.

Genauso wenig, wie den Besonderheiten. So gab es unter den Gästen gleich zwei Geburtstagskinder, die beide auf eine private Feier verzichteten, um mit ihren Vereinskameraden zusammen zu sein. Der Coach Alexander Schulze und die aktive Kickboxerin Mirjam Silberling feierten im Kreise der Sportler, was wie die übrige Zusammensetzung der Gäste zeigt, wie gut Trainer Kenan Fejzic und seine Helfer die illustre Truppe zusammengeschweißt haben. Von kleinen Kindern bis zu aktiven „Senioren“ – was man in diesem Sport schon mit gut 40 Jahren ist – war alles vertreten. Und das quer durch etliche Kulturen. Das kann man nicht nur als gelebte Integration, sondern auch als erlebtes Miteinander bezeichnen. Kickboxen als Sport, der Generationen und Nationalitäten verbindet.

Gibt es vielleicht hier und dort Zweifler, die Bedenken wegen der Härte dieser Sportart haben, werden sie bei Gelegenheiten wie dem offenherzigen Willkommensein bei Feierlichkeiten wie dieser oder den zwar intensiven, aber auch auf die Bedürfnisse der jeweiligen Sportler abgestimmten Trainingsstunden schnell vom Gegenteil überzeugt. Man spürt deutlich, dass sowohl Trainer als auch Coaches mit ganzem Herzen bei der Sache sind und die Schüler langsam dabei unterstützen, zu ihrem gewünschten Ziel zu gelangen.

Dabei kommt es auch vor, dass Fejzic mal einen besonders ambitionierten Sportler ausbremst, der nur allzu gern kämpfen würde. „Ich muss erst noch wachsen“, beschwerte sich darum eine ganz junge Dame aus Ranstadt, die mit ihrem großen Bruder und ihrer kleinen Schwester in Ortenberg trainiert. „Es bringt nichts, Kinder oder Jugendliche in den Ring zu schicken, die noch nicht so weit sind. Einfach auf die Nase zu bekommen ist nicht gut für das Selbstbewusstsein – und wem sollte damit genutzt sein?“ So bereitet das Team seine Sportler gut vor, um verantwortungsbewusst mit der erlernten Kampfkunst umgehen zu können, ehe Fejzic es überhaupt in Erwägung zieht, die Teilnahme an einem Kampf vorzuschlagen.

Doch all das war an diesem geselligen Abend ohnehin nebensächlich, denn wenn man nicht gewusst hätte, dass es sich um die Weihnachtsfeier eines Sportvereins handelte, hätte man gewiss angenommen, dass dieser Abend ein Zusammensein guter Freunde war, so laut erklang das Lachen und die Freude aller in die Nacht hinaus. Ein gelungene Verbindung verschiedenster Menschen – und das inzwischen seit vielen Jahren.
Wer nun Interesse hat, seine Nase in eine der Übungsstunden zu stecken, ist in der Turnhalle des Ortenberger Bürgerhauses herzlich Willkommen.

Das Training für Erwachsene findet Montags um 20.00 Uhr und Freitags um 18.15 statt. Die Kinder bis 14 Jahre sind Dienstags um 18.15 Uhr und Freitags um 17.15 dran.